Platonow Lektüren I bis IV
„Ein großer Schriftsteller ist einer, der einem Menschen, der am Ende ist, einen Lichtblick zeigt, einen Ausweg, ein Beispiel, an das er sich halten kann. Nach Platonow gab es einen solchen Schriftsteller in der russischen Prosa nicht wieder“, schrieb Joseph Brodsky 1984 im amerikanischen Exil. Die Unterdrückung der Romane Tschewengur und Die Baugrube habe die „gesamte Literatur um fünfzig Jahre zurückgeworfen“. Aber auch für die Rezeption gilt: Im Bewusstsein der gebildeten nicht-russischsprachigen Leser hat Platonow den ihm gebührenden Platz neben Autoren der Moderne wie etwa Franz Kafka noch nicht gefunden. Er gilt als der berühmteste Unbekannte der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Obwohl einige seiner wichtigsten Romane und Erzählungen sogar mehrfach ins Deutsche übersetzt wurden, hat er bis heute keine nachhaltige Wirkung entfaltet.
Warum das so ist, darüber sprechen wir mit der Übersetzerin und drei europäischen Schriftstellern, in deren literarischem Pantheon Platonow einen zentralen Platz einnimmt. Anlass ist Gabriele Leupolds Neuübersetzung des Romans Die Baugrube (Suhrkamp Verlag 2016).
Veranstaltungsort:
Literaturhaus Berlin
Fasanenstraße 23
10719 Berlin
Autorengespräche mit freundlicher Unterstützung von Suhrkamp Verlag und Weltlesebühne e. V.
Programm Autorengespräche (PDF, 249 kB)
„Am Proletariat herrscht heute ein Manko“ – "Die Baugrube" übersetzen. Gabriele Leupold im Gespräch mit Christiane Körner
Platonow-Lektüren I
„Das Eschaton ist angebrochen“ – "Die Baugrube" lesen. Sibylle Lewitscharoff im Gespräch mit Katharina Raabe
Platonow-Lektüren II
„Es ging darum, den Kosmos für ungültig zu erklären“ – Aus der "Baugrube" lernen. Andrzej Stasiuk im Gespräch mit Volker Weichsel
Platonow-Lektüren III
„Platonow hat die Revolution beim Wort genommen“ – "Die Baugrube" als philosophischer Entwurf. Dževad Karahasan im Gespräch mit Lothar Müller
Platonow-Lektüren IV