Solidarität mit Memorial
09.04.2026
Das Oberste Gericht der Russischen Föderation hat am 9. April 2026 eine sogenannte „internationale gesellschaftliche Bewegung ‚Memorial‘“ als extremistisch eingestuft. Auch wenn diese juristisch nicht existiert, wird damit das gesamte internationale Netzwerk der Menschenrechtsorganisation Memorial gebrandmarkt. Seit 1989 leistet Memorial eine beispiellose Arbeit zur Aufarbeitung des sowjetischen Staatsterrors und zur Dokumentation heutiger Menschenrechtsverletzungen in Russland. Dafür wurde Memorial 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Auch für die deutsche Geschichtsforschung und Erinnerungspolitik ist Memorial in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Partner geworden. Die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde erklärt sich solidarisch mit allen, die sich unter dem Dach von Memorial für die Aufarbeitung historischen Unrechts und für die Opfer heutiger Menschenrechtsverletzungen einsetzen.