Karin-Wolff-Preis

Ausschreibung Karin-Wolff-Preis 2027

Die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) lädt zum fünften Mal zur Teilnahme am Karin-Wolff-Essaywettbewerb ein. Das Thema der diesjährigen Ausschreibung lautet: „(An)Grenzen. Freiheiten in Europa?“.

Was eine legitime Grenze ist und wo sie liegt, muss kontinuierlich neu ausgehandelt werden.

Lange Zeit waren wir davon überzeugt, dass Grenzen in Europa nicht mehr gewaltsam verschoben werden. Spätestens seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine haben wir die Gewissheit, dass das zu kurz gedacht war. An den Außengrenzen der NATO-Ostflanke verstärken die Mitgliedsstaaten ihre militärische Präsenz.

Auf der anderen Seite erweist sich die Vorstellung, dass die innereuropäischen Grenzen langsam verblassen und an Bedeutung verlieren, mehr und mehr als Illusion. Grenzübergänge zwischen EU-Mitgliedsstaaten werden wieder stärker polizeilich überwacht, mit der Wiedereinführung deutscher Passkontrollen ist die Idee der europäischen Freizügigkeit ernsthaft bedroht. Hybride Angriffe verändern die Wahrnehmung von Sicherheit und Souveränität in Deutschland.

Zugleich verschieben sich immaterielle, nicht minder politische Grenzen: Die Regierungen von Viktor Orbán in Ungarn und der PiS-Partei in Polen haben die Meinungsfreiheit Stück für Stück beschnitten, wobei ungewiss bleibt, ob ihre Nachfolger diesen Demokratieabbau reparieren können. Unter dem Vorwand, man „dürfe nichts mehr sagen“, weiten autoritäre Akteur*innen die Grenze des Sagbaren aus und brechen gezielt Tabus. Selbst in der Erinnerung an den Holocaust werden Desinformation und Hassrede Tür und Tor geöffnet.

Wir suchen Essays, die diesen Entwicklungen analytisch oder persönlich, aber stets mit kritischer Tiefe nachgehen. Willkommen sind Reflexionen über politische und gesellschaftliche Dynamiken oder persönliche Beobachtungen und Erfahrungen. Entscheidend sind eine präzise, selbstgewählte Fragestellung und der regionale Bezug zum östlichen Europa.

Angenommen werden Einreichungen in deutscher Sprache von in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeschriebenen Bachelor- und Masterstudierenden. Eine Jury aus Wissenschaftler*innen und Publizist*innen beurteilt die Originalität, Analysekraft und den sprachlichen Ausdruck der Einsendungen. Der beste Beitrag wird bei der DGO-Jahrestagung 2027 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert. Klingt toll, aber was (dafür) tun?

Wir bitten um Einreichung

  • des Textes (PDF, maximal 10.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) ohne Angabe des Namens (um eine unvoreingenommene Bewertung zu garantieren),
  • einer gültigen Immatrikulationsbescheinigung und
  • der unterschriebenen Erklärung zur Nutzung von KI

an

Einsendeschluss ist der 30. November 2026.

Ausschreibung [PDF]

Die DGO schreibt seit 2023 jährlich den Karin-Wolff-Preis aus. Das Thema im Auftaktjahr war Nur vorübergehend? Perspektiven auf Flucht und Exil. Der Wettbewerb richtet sich an Studierende in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit dem Karin-Wolff-Preis werden Essays in deutscher Sprache ausgezeichnet. Mit dem Essaywettbewerb ermöglichen wir es jungen Menschen, sich am Dialog über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Ostmittel- und Osteuropa zu beteiligen.

Preisträger*innen

2026

Klara Plassmann mit dem Beitrag "Wie Werte und Demokratieversprechen in Polen instrumentalisiert werden – Beobachtungen aus einem politischen Halbjahr" zum Thema Erzähl mir von Demokratie: Versprechen und Versuchung nach 1989/91.

(Text als PDF)

2025

Inna Frieser mit dem Beitrag "Wir sehen nur das, was wir ertragen können" zum Thema Scrollst Du schon oder blätterst Du noch – (wie) verändern soziale Medien unseren Blick auf das östliche Europa?

(Text als PDF)

2024

Noah Paul Westermayer mit dem Beitrag "Wer sind 'die Unseren'? Eine Suche nach der Eigentümerschaft von Identität in Osteuropa" zum Thema Wem gehört die Kultur?

(Text als PDF in leicht veränderter Fassung)

2023

Luisa Maria Schulz mit dem Beitrag "Wir sind die, die wachliegen" zum Thema Nur vorübergehend? Perspektiven auf Flucht und Exil

(Text als PDF in leicht veränderter Fassung)