Frei von Russland und Atomwaffen
Die Schlüsselrolle von Belarus für Europas Sicherheit
Am 13. Dezember 2025 kamen auf Vermittlung der USA 123 politische Gefangene in Belarus frei, unter ihnen Maria Kalesnikava und Viktar Babaryka, der als aussichtsreichster Präsidentschaftskandidat die Ereignisse von 2020 in Belarus ins Rollen gebracht hatte. Mehr als 450.000 Menschen hatten mit ihrer Unterschrift seine Kandidatur unterstützt. Denn Viktar Babaryka war zum einen erfolgreicher Bankmanager, dem viele zutrauten, Belarus aus der politischen und wirtschaftlichen Stagnation zu führen, in der das Land nach mehr als einem Vierteljahrhundert unter Aljaksandr Lukašėnka steckte. Zum anderen leistete er als Kulturmäzen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Entwicklung belarusischer Kunst und Kultur: So kaufte er Gemälde belarusischer Künstler von Weltrang an und machte sie der Öffentlichkeit zugänglich. Die von ihm geleitete Bank unterstützte zudem das Kulturzentrum „OK 16“, in dem Maria Kalesnikava als künstlerische Leiterin tätig war.
Knapp zwei Monate vor der Wahl wurde Viktar Babaryka jedoch verhaftet, gemeinsam mit seinem Sohn Eduard, der bis heute inhaftiert ist. Er wurde zu 14 Jahren Straflager verurteilt. Mehr als 2.000 Tage verbrachte er in Haft, die letzten drei Jahre in vollständiger Isolation. Heute lebt er in Berlin.
Wir freuen uns außerordentlich, Viktar Babaryka am 2. Juni 2026 um 19.00 Uhr in der Gethsemanekirche begrüßen zu dürfen. An diesem Abend soll es darum gehen, wie Viktar Babaryka heute auf das Jahr 2020 blickt, wie er die Haft überstand und vor allem, wie es jetzt mit Belarus weitergehen wird: Was passiert mit den etwa 1.000 verbliebenen politischen Gefangenen? Was bedeutet die zunehmende russische Umklammerung für Belarus und für Europa? Und wie umgehen mit einem Land, dessen Menschen sich für ein Leben in Würde und Freiheit ausgesprochen haben, aber dessen Herrscher als enger Verbündeter Putins gilt?
Diesen Fragen gehen wir im Gespräch mit Viktar Babaryka nach. Durch den Abend führen Volker Weichsel, Redakteur der Zeitschrift Osteuropa sowie Übersetzer mehrerer Bücher aus Belarus (u.a. „Zekamerone“ von Maxim Znak), und Ina Rumiantseva, die die Andachten für Belarus gestaltet und die „Taskforce Belarus e.V.“ gegründet hat.
Mit freundlicher Unterstützung der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauerberg Nord.