„Das andere Russland“
Memorial: Kampf um historische Wahrheit und Demokratie
Als in der Sowjetunion in den 1980er Jahren der Ruf nach Aufarbeitung der Verbrechen des kommunistischen Regimeslauter wurde, gründete sich die Menschenrechtsorganisation Memorial. Sie sammelte Zeugnisse und Erinnerungen von Überlebenden des Terrors. Denkmäler für die Opfer wurden errichtet. Seit 2009 macht Memorial die Schicksale politischer Gefangener in Russland sichtbar. 2022 wurde die Organisation in Russland verboten, sie setzt ihre Arbeit für ein demokratisches Russland heute im Exil unter dem Namen „Zukunft MEMORIAL“ fort. Im Dezember 2022 erhielt Memorial den Friedensnobelpreis.
Die Ausstellung beleuchtet die Geschichte, Arbeit, Verfolgung und Auflösung von Memorial sowie staatliche Aktionen zur Unterdrückung der Organisation. Historische Objekte wie ein im GULag notdürftig angefertigtes Kleid und Zeichnungen von Häftlingen zeugen von Repressionen, betonen aber auch Akte des Widerstands. Zudem wird über die Arbeit von Memorial im Exil informiert. Historisches Filmmaterial zeigt Gespräche mit Überlebenden und Aktivisten wie Andrej Sacharow oder Arsenij Roginskij.
Kooperationspartner: Dokumentationszentrum Nationalsozialismus Freiburg, West-Ost Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. (WOG)