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Zwischen „Widerstand und Ergebung“.
Die belarussische Gesellschaft nach den Präsidentschaftswahlen im Wandel

Vortrag von Alena Alshanskaya (Mainz)

Online-Veranstaltung

Eine Krisensituation wie nach den Präsidentschaftswahlen 2020 in Belarus, die aus einer politischen zu einer humanitären Krise geworden ist, hat grundlegende Transformationen in der belarussischen Gesellschaft offensichtlich werden lassen. Die Proteste haben grundsätzliche Korrektive ins sozialpolitische Gesamtbild von Belarus gebracht: die eher sozial abgesicherten und von Lukaschenkos Regime bevorzugt behandelten Gruppen, wie z.B. Sportler, sind plötzlich zu den Vorreitern der Proteste geworden und haben die moralische Führung übernommen. Auf der anderen Seite wurde die proklamierte Hüterin der gesellschaftlichen Moral, Humanität und des nationalen Zusammenhaltes – die Belarussische Orthodoxe Kirche – zu einem eklatanten Beispiel für Resignation und Preisgabe der eigenen Werte.  Die größte christliche Kirche in Belarus erwies sich als Teil der Nomenklatur Lukaschenkos, die -ebenfalls wie das Regime – die Stimme des (Kirchen)Volkes ignoriert. Welche Konsequenzen das für das neue Belarus haben könnte, ist Gegenstand des Vortrages.

Prof. Dr. Jan Kusber, Professor für Osteuropäische Geschichte am Historischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Leiter des Arbeitsbereichs Osteuropäische Geschichte, wird in die Thematik einführen.

Die Veranstaltung findet online statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Die Zugangsdaten bzw. den Zugangslink erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung zeitnah vor der Veranstatung.

Belarus
Am 9. August 2020 wurde der Präsident von Belarus, Alexander Lukaschenko, wiedergewählt. Die Wahl stand weltweit in der Kritik. Sie wurde von der EU nicht anerkannt. Seitdem fanden in Belarus Massenproteste gegen den Staatschef statt. Mit dem Ende der Sowjetunion war Belarus erneut unabhängig geworden. Staatschef Lukaschenko setzte sich 1994 als Präsident durch und regiert seitdem das Land.

Der Vortrag findet statt im Rahmen des Kolloquiums (Sommersemester 2021) am Arbeitsbereich Osteuropäische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Mainz und wird von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz veranstaltet.

Weitere Informationen (externer Link)